Anleger Geschlossener Fonds halten wenig von gesetzlicher Regulierung

Die Kunden der Münchener Beteiligungsvermittlung dima24.de sehen ihre Entscheidungsfreiheit durch die Regulierung Geschlossener Fonds im Zuge der Umsetzung der AIFM-Richtlinie in deutsches Recht empfindlich beschnitten. Das ist das Ergebnis einer Online-Umfrage des Unternehmens, an der sich Ende 2012 676 Investoren beteiligt haben.

84 Prozent der Umfrageteilnehmer sind gegen eine gesetzliche Vorgabe zu ihren Zielinvestments. Sie finden, private Anleger sollten selbst entscheiden können, in welche Sachwerte sie investieren: Assets wie Rohstoffe, Wald- und Agrarinvestments oder Private Equity gehören nicht nur in das Portfolio institutioneller Anleger. „Spannend ist hier: Je jünger die Umfrage-Teilnehmer, desto mehr Selbstbestimmung wollen sie“, kommentiert Dr. Frank Schuhmann, Chefanalyst bei dima24.de, die Ergebnisse.

Die im Diskussionsentwurf für das AIFM-Umsetzungsgesetz vorgesehene 50.000 Euro Mindest-Zeichnungssumme für Ein-Objekt-Fonds lehnen 83 Prozent der Befragten ab. Sie glauben, Geschlossene Fonds sind keine Geldanlage nur für Top-Verdiener. „Das deckt sich auch mit der Basis unseres Kundenstamms: Das sind Unternehmerpersönlichkeiten genauso wie Angestellte oder Pensionäre. Sie alle eint der Gedanke: ,Ich muss etwas tun, um mein Vermögen zu erhalten.’ Sachwerte sind da für viele die erste Wahl“, sagt Renate Wallauer, Geschäftsführerin bei dima24.de. „Sie wissen auch: Eine 100-prozentig sichere Geldanlage gibt es nicht, darum ist Diversifizierung Pflicht.“

77 Prozent der Befragten meinen jedoch, für eine Risikostreuung im Portfolio sei jeder Anleger selbst verantwortlich. Eine zwangsweise Streuung über mehrere Objekte in jedem einzelnen Fonds lehnen sie ab. „Die Anleger wollen keine Wundertüte, sondern ein überschaubares Investment“, so Wallauer. „Genau das macht ja auch den Charme vieler Beteiligungen aus: ein bestimmtes Objekt, ein klares Konzept, im Prospekt eindeutig beschrieben. Warum das aufweichen?“

Nur 40 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass die aktuellen Regulierungsbestrebungen der Bundesregierung in die richtige Richtung gehen und ihre Position als Anleger stärken wird. Ebenso viele (39 Prozent) sind in dieser Frage unentschlossen. 21 Prozent glauben nicht, dass Regulierung den Anlegerschutz stärkt. Allerdings: Nur ein Drittel (33 Prozent) der Befragten gibt an, die öffentliche Diskussion zur Gesetzgebung um den Anlegerschutz auch aufmerksam zu verfolgen und zu wissen, was genau sich ändern wird.

Die dima24.de Anlagevermittlung GmbH mit Sitz in Unterföhring bei München ist eine Direktberatung für Geschlossene Fonds. Das 2001 gegründete Unternehmen betreut eigenen Angaben zufolge mehr als 202.000 Anleger mit einem Anlagevermögen in Höhe von über 2,3 Milliarden Euro. (jpw1)

www.dima24.de

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