Häuser in München verteuern sich innerhalb eines Jahres um 7,2 Prozent

Der Münchner Wohnungs- und Hausmarkt entkoppelt sich immer stärker von dem der anderen süddeutschen Metropolen. Aus dem „Dr. Klein-Trendindikator Immobilienpreise“ (DTI) für das erste Quartal 2013 geht hervor, dass sich Wohnungspreise in München innerhalb eines Jahres um 9,9 Prozent verteuert haben und mit Abstand die Kaufpreisentwicklung in der Region Süd des DTI anführen.

Beim Preisniveau liegt die bayerische Landeshauptstadt ebenfalls vorne. In der Spitze rangieren die Preise für Wohnungen über 8.271 Euro pro Quadratmeter, für Häuser über 9.535 Euro pro Quadratmeter.

Im Vergleich zum Vorquartal zieht der Teilindex für Wohnungen in München um 3,55 Prozent an und klettert auf einen neuen Höchstwert von 142,50 Zählerpunkten. In Stuttgart steigt er um 1,48 Prozent und in Frankfurt am Main geht er – von einem hohen Niveau aus – um 3,29 Prozent zurück. Während der tatsächliche Maximalkaufpreis für Frankfurter Eigentumswohnungen 6.982 Euro pro Quadratmeter beträgt, liegt er in Stuttgart bei 3.561 Euro pro Quadratmeter.

„Die positive Preisentwicklung in Metropolen steht nicht stellvertretend für den gesamtdeutschen Wohnimmobilienmarkt“, sagt Stephan Gawarecki, Vorstandssprecher der Dr. Klein & Co. AG. „Wirtschaftsstarke Ballungszentren erfahren derzeit große Zuwanderung. In der Folge nimmt dort die Nachfrage nach Wohnraum zu, was aufgrund des knappen Angebots zu steigenden Preisen führt.“

München verzeichnet mit einem Anstieg von 3,04 Prozent im Vergleich zum Vorquartal das höchste Wachstum der Region und ist auf Jahressicht ebenfalls Vorreiter. Die Hauspreise der Isar-Metropole verteuern sich innerhalb eines Jahres um 7,20 Prozent, in Stuttgart beträgt die Zunahme 3,44 Prozent, in Frankfurt 3,00 Prozent. Mit 3.053 Euro pro Quadratmeter führt München das Medianpreisniveau der Region Süd an, gefolgt von Stuttgart mit 2.125 Euro pro Quadratmeter und Frankfurt mit 2.030 Euro pro Quadratmeter. Die Spitzenpreise für Ein- und Zweifamilienhäuser beginnen in München bei 9.535 Euro pro Quadratmeter und liegen somit weit vor Frankfurt (7.227 Euro pro Quadratmeter) und Stuttgart (3.881 Euro pro Quadratmeter).

„In einigen Großstadtvierteln gibt es aufgrund der Preisrallye derzeit zwar Überhitzungstendenzen“, meint Gawarecki. „Bundesweit sehen wir aber nicht die Gefahr einer Immobilienblase.“ Dem wirken die konservative Kreditvergabepraxis der Banken und die an Sicherheit orientierten Erwerber entgegen, welche auf eine solide Eigenkapitalbasis, hohe Tilgungsraten und lange Zinsbindungen achten.

„Auf kurze bis mittlere Sicht gehen wir von stabilen bis weiter steigenden Preisen in den wirtschaftsstarken Ballungszentren aus“, berichtet Gawarecki. „Begünstigt wird diese Entwicklung durch das nach wie vor attraktive Zinsumfeld. Da kaum noch bezahlbare Innenstadtlagen auf dem Markt sind, wird sich die Nachfrage auf B-Lagen und den Speckgürtel der Metropolen ausweiten. Darüber hinaus wird sich die gegensätzliche Entwicklung zwischen dem prosperierenden, urbanen Wohnungs- und Hausmarkt und dem von Leerständen gekennzeichneten Markt in ländlichen Regionen verschärfen.“

Der Lübecker Finanzdienstleister Dr. Klein veröffentlicht mit dem Dr. Klein-Trendindikator Immobilienpreise (DTI) einen quartalsweisen, regionalen Immobilienpreisindex auf der Grundlage tatsächlich gezahlter Kaufpreise. Er analysiert monatlich die aktuelle Entwicklung der jeweils im Fokus stehenden Region. (jpw1)

www.drklein.de

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